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Veränderung des Zeitgeistes findet über die Jahrhunderte hinweg statt. Veränderung muss immer wieder stattgefunden haben, sonst hätten wir heute denselben Zeitgeist wie vor 4000 Jahren. Es findet eine Veränderung von Wertesystemen, Vorstellungen und Maßstäben und Bewertungskriterien, sprich von Weltanschauungen, statt in Form von Umwälzungen, die in der Regel die Zeitspanne eines Menschenlebens übersteigen.
Das Individuum per se hängt sehr an einer einmal bestehenden Weltanschauung. Sie ist sein einziges für ihn vorstellbares Bezugssystem. Daher finden Veränderungen von Weltanschauungen meist frühestens durch einen Generationenwechsel statt.
Wie alle anderen Bilder des Menschen auch entsteht das Bild von den regelgerechten Funktionen des Körpers und deren Anomalien immer auf der Grundlage des momentan herrschenden Zeit- und Ortsgeistes.
Das bei uns hier und heute herrschende Denk- und Handlungssystem bezüglich der regelgerechten Funktionen des Körpers und deren Anomalien ist die sogenannte „Schulmedizin” mit ihren dazugehörigen und sie stabilisierenden(!) Antisystemen der Alternativmedizin, die ein Sammelsurium aus den geschichtlichen medizinischen Denk- und Handlungssystemen, aus den Denk- und Handlungssystemen sämtlicher bekannter Ethnomedizinen und aus neu erdachten und entwickelten auf Energieübertragung oder Ernährungsvorschriften etc. basierenden medizinischen Denk- und Handlungssystemen ist. Sie alle bewegen sich innerhalb des herrschenden Zeitgeistsystems.
Der Zeitgeist, zu dem dieses Medizinkonglomerat gehört, stellt sich als weltoffen und alle Menschen der Welt zusammenfassend dar. Wir begegnen einer Globalisierung, die durch die technischen Entwicklungen des letzten Jahrhunderts möglich geworden ist. Man hat das Gefühl von grenzenloser, so nie da gewesener Freiheit und Auswahl. Gleichzeitig wird Quantität, Konsum und Schein an die Stelle von Qualität und Sein gesetzt.
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